Fisch & Meeresfrüchte, Vegetarisch
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(ein nicht ganz perfektes) Sushi

Wenn ich für ein Essen über Leichen gehen würde, dann wäre es für gutes Sushi. Vieles esse ich sehr gerne, aber bei Sushi schaltet mein Verstand aus. Ich sehe Sushi, ich habe Hunger und ich muss es haben. Kennst du das? Ja? Dann weißt du ja, wovon ich spreche. Normalerweise kommt mir kein Essen von diversen Lieferdiensten auf den Tisch. Bei der Arbeit darf es jedoch gerne, während einer 24h Schicht, schon einmal ein leckeres Sushi geben. In Hamburg gibt es zum Glück 1-2 ordentliche Sushiläden, die auch liefern.

Sushi

Die Vorteile von Sushi liegen doch klar auf der Hand, findet ihr nicht?

  1. Sushi ist kalt und kann somit optimal vorbereitet werden. Wenn es bei der Arbeit einmal länger dauert, kann das Essen ruhig warten. Kalt ist es ja schon.
  2. Sushi ist meistens gesund. Reis, Gemüse, Fisch. Was soll daran ungesund sein?
  3. Sushi hinterlässt kaum Dreck. Keine klebrigen Packungen, keine verschmierten Teller, nichts …
  4. Sushi ist so vielfältig, dass für jeden etwas dabei ist.
  5. Sushi ist glutenfrei! (Bis auf einige Läden. Da ist der Sushireis tatsächlich glutenhaltig! Aufpassen)

Wer jetzt noch nicht von Sushi überzeugt ist, sollte sich auf dem schnellsten Weg zum nächsten (guten) Sushiladen begeben, und dort einmal probieren.

Sushi Maki

Ende April auf dem Foodblogday Hamburg, durfte ich in den Genuss kommen, den neuen Lieferservice von Steffen Henssler, „Henssler at Home„, ausführlich zu probieren. Mag man von ihm halten, was man will, Sushi kann er. Und wie. Wahre Geschmacksexplosionen von Geschmäckern, die ich vorher gar nicht kannte, durchdrangen meine Geschmacksknospen auf der Zunge. Ein wahrer Traum. Jetzt kenne ich die deutsche Premiumklasse von Sushi. Apropro Premiumklasse. Wer die absolute Premiumklasse kennenlernen möchte,  sollte sich die Dokumentation „Jiro dreams of Sushi“ (z.B. auf netflix verfügbar) anschauen. 3 Sterne für das wohl einfachste „Restaurant“ der Welt. Wer mir einen Traum ermöglichen möchte, lädt mich einmal dahin ein 🙂

Genug in den Erinnerungen versunken. Zurück zu meinem Sushi. Mit diesem Beitrag möchte ich zeigen, dass gutes Essen nicht immer perfekt aussehen muss. Es darf auch ruhig mal etwas schief und krumm aussehen. Nicht alles muss gleichmäßig sein oder auf Anhieb klappen. So läuft es nämlich bei den wenigsten von uns. Ehrlich gesagt, habe ich durchaus das ein oder andere Mal geflucht, als ich die Rollen geformt habe. Der Reis klebte, das Noriblatt war zu kurz oder zu lang. Der Reis war zu dünn oder zu viel. Die Gurke kam an der Seite raus oder das Messer war nicht nass genug und klebte beim Schneiden am Sushi. Nigiri? Der Thunfisch wollte sich nicht in dünne Streifen schneiden lassen. Also dann halt schiefe Nigiris. So what?? Auch das ist normal und kommt bei den besten Bloggern vor. Ich könnte nun die nächsten 4 Wochen auch im Sushi Bootcamp verschwinden, die perfekte Sushirolle lernen und am Ende traumhafte Fotos präsentieren. Schreibe ich dann dazu, dass es ganz einfach sei, ist jeder von euch frustriert, wenn es nicht auf Anhieb klappt. Schreibe ich dazu, dass es schwer war und 4 Wochen Training gebraucht hat, probiert es keiner aus. Also sage ich, hab Spaß am Zubereiten von Sushi, verarbeite frische Zutaten und lass deiner Kreativität freien Lauf. Wie es am Ende aussieht ist mehr als egal. Hauptsache es schmeckt!

Zum Schluss noch ein paar Fakten über Sushi, die die wenigsten wissen:

  • Bei den Einweg-Holzstäbchen brechen die meisten Leute die Stäbchen falsch auseinander. Das dicke Ende ist zum Ablegen der Stäbchen auf dem Tisch gedacht. (siehe Bild)
  • Das Eintauchen in Sojasauce darf nur dezent geschehen. Am besten nur mit Nigiris und nur den Fisch. Wird der Sushireis zuviel in Sojasauce gedippt, ist es für einen japanischen Sushikoch eine Beleidigung, dass euch sein Sushireis nicht schmeckt.
  • Eine Verschwendung von Sojasauce oder Sushireis in der Sojaschale gilt ebenfalls als unhöflich. Nur so viel benutzen wie man benötigt. Lieber nachfüllen und nichts verschwenden.
  • Eingelegter Ingwer dient der Geschmacksneutralisation zwischen den unterschiedlichen Sushivariationen und wird nicht mit dem Sushi zusammen gegessen.
  • Original Wasabi wird hierzulande selten gereicht. Meist ist es ein Mix aus Meerrettich und Senfkörnern, angereichert mit grüner Lebensmittelfarbe. Diese Variante ist in der Produktion günstiger.

Sushi California Roll

Das Rezept für den Sushireis habe ich von eatsmarter. Es ist Sushireis mit Reisessig, Zucker und Salz. Was soll ich da groß selbst experimentieren?

Zutaten (4 Personen):

  • 500g Sushireis
  • 200g frischen Lachs
  • 100g frischen Thunfisch
  • Frischkäse
  • 1/2 Biogurke
  • 1 Biopaprika rot
  • 1 Bio Avocado
  • Reisessig
  • Zucker
  • Salz
  • Mirin (geht auch ohne)
  • Bambusmatte + Frischhaltefolie.
  • Sushi Maker (optional, für faule wie mich -> google „sushi maker“ diverse Artikel)
  • Nori Blätter
  • Schwarzer / weißer Sesam
  • Sojasauce (glutenfrei)

Zubereitung:

1. Den Sushireis nach Anleitung aus dem o.g. Link zubereiten
2. Thunfisch und Lachs in dünne Streifen schneiden. Ggf. flache Scheiben abschneiden falls Nigiri gewünscht sind.
3. Avocado schälen. Avocado und Paprika in dünne Streifen schneiden.
4. Die Bambusmatte in Frischhaltefolie einwickeln, damit die Matte nicht verklebt und hinterher sauber ist.

Achtung: Beim Rollen später darauf achten, dass der Sushireis mit der Füllung so auf der Bambusmatte liegt, dass man nach oben wegrollen kann. Füllung und Sprossen der Bambusmatte müssen in die gleiche Richtung zeigen.

Für Makis:

5.  1 Noriblatt mit der rauhen Seite nach oben, auf der Bambusmatte, vor sich hinlegen und den Reis max. 1cm Hoch auf dem Blatt verteilen. Vorne 1cm frei lassen. Links und rechts ca. 0,5cm. Nach hinten hin das Blatt zur Hälfte bis 3/4 mit Reis bedecken. Hier muss man etwas experimentieren. Je größer die Füllung, desto mehr Reis braucht man zum rollen. (logisch oder?)
6. Die Füllung nach Wahl vorne, mit 1cm Abstand auf den Reis legen.
7. Die Matte vorsichtig nach oben / vorne umschlagen und aus der Masse eine Rolle formen. Mit der ersten Rolle schauen, ob man zu viel oder zu wenig Reis benutzt hat.
8. Sollte das Noriblatt überstehen, mit einem Messer abschneiden.
9. Mit einem scharfen, nassen Messer die Rolle in Stücke schneiden.

Für California Rolls:

5. 1 Noriblatt mit der rauhen Seite nach oben vor sich hinlegen und den Reis max. 1cm Hoch auf dem Blatt verteilen. Vorne 1cm frei lassen. Links und rechts ca. 0,5cm. Nach hinten hin das Blatt zur Hälfte bis 3/4 mit Reis bedecken. Hier muss man etwas experimentieren mit der Dicke der Rolle.
6. Das Noriblatt mit dem Reis vorsichtig auf der Bambusmatte umdrehen, sodass der Reis nun unten ist.
7. Belegen nach Wunsch wie oben.
8. Vorsichtig die Bambusmatte einrollen und etwas andrücken.
9. Überstehenden Reis entfernen.
10. Sesam auf einen Teller oder in eine längliche Schüssel geben.
11. Die Rolle darin wenden, bis sie komplett mit Sesam bedeckt ist.

Für Nigiris:

1. Etwas Reis in eine Hand legen und mit Zeige- und Mittelfinger der anderen Hand einen kleinen „Klotz“ formen.
2. Eine Scheibe Thunfisch oder Lachs oben drauf legen.

Sushi Nigiri

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