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Kleiner Speisesaal

Auch der cookingdaddy kann nicht jeden Tag hinter dem Herd stehen. Ab und zu habe ich nichts dagegen wenn ein anderer die Arbeit übernimmt und so gehen meine Freundin und ich regelmäßig außerhalb Essen. Das hart verdiente Geld soll ja nicht sinnlos ausgegeben werden. Was gibt es schöneres als es für tolle Speisen auszugeben?

Vor kurzem freute ich mich dann erneut, dass meine Freundin es weitere 365 Tage mit mir ausgehalten hat und zur Feier des Tages durfte die Oma auf das Kind aufpassen und wir konnten seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder außerhalb zu Zweit Essen gehen.

In der Dorotheenstr. 33 in Hamburg befindet sich der kleine Speisesaal. Im Internet findet man nicht viel über dieses Restaurant. Die eigene Website ist sehr übersichtlich. Keine Karte, Preise oder andere Hinweise. Lediglich ein paar Bilder der Speisen sowie die Information, dass die Karte wöchentlich wechselt und aus regionalen, mediteranen und asiatischen Speisen besteht. Auf diversen Bewertungsportalen finden sich aber mehrere durchweg sehr positive Kritiken.

Ich reservierte gute drei Wochen vorher einen Tisch und konnte gerade so noch für uns zwei einen Tisch bekommen. Das war für mich das erste gute Zeichen.
Pünktlich dort angekommen, machte das Restaurant von außen einen unscheinbaren Eindruck. Nichts besonderes aber auch nichts was in irgendeiner Art und Weise abschreckend wirken würde. Was man jedoch sofort sah … kleiner Speisesaal trifft es genau. Die Anzahl der Tische ist sehr übersichtlich sodass man ohne Reservierung (jedenfalls am Wochenende) dort keine Chance hat einen Platz zu bekommen.

Wir wurden direkt freundlich empfangen und durften uns aussuchen ob wir in der Raummitte oder am Rand auf einem Hochtisch essen wollten. Meine Freundin fand den Hochtisch super, also nahmen wir an einem höher gelegenem Tisch in der Nähe der Küche platz. Von meinem Platz konnte ich in die Küche schauen und sehen welche Köstlichkeiten dort zubereitet wurden.

Die Karte machte einen guten Eindruck. Sehr übersichtlich, aber von allem etwas. Jakobsmuschel, Rindertartar, angebratener Thunfisch und andere Köstlichkeiten standen als Vorspeise zur Auswahl. Königsberger Klopse, Lammrücken, Risotto mit Kräuterseitlingen, Waller-Filet und anderes zierten den Teil der Hauptspeise. Leckere Köstlichkeiten wie „schwyzer Schoggikuchen“ oder Vanille-Mohn-Parfait sollten den Abend abrunden.

Für alle Nicht-Exoten gab es eine kleine Auswahl an Pasta oder „Specials“ die aus  Pasta & Co. bestanden. Dem habe ich jedoch keine große Beachtung geschenkt.
Die Weinauswahl war auch mehr als ausreichend. Drei bis sechs Weine je Kategorie und eine gute Auswahl an nichtalkoholischen Getränken.

Wir entschieden uns als erstes für den Zuckerschotensalat mit hausgemachtem Balsamicoessig und den Jakobsmuscheln auf Kartoffelpüree und schwarzem Trüffel.
Der Salat war als Vorspeise sehr übersichtlich aber völlig ausreichend. Jakobsmuscheln kamen gleich vier daher auf einer guten Portion Püree. Mit dem Trüffel wurde ebenfalls nicht gegeizt. Die Jakobsmuscheln waren butterzart und schmeckten hervorragend. Trüffel hatte ich zuvor noch nie gegessen und muss sagen, dass es für mich auch kein besonderes Erlebnis war. Vielleicht lag es am Trüffel, vielleicht aber auch nicht. Den Hype und die Preise kann ich jedenfalls anhand dieser Erfahrung nicht nachvollziehen.
Preislich lagen die zwei Vorspeisen bei unter 9€. Ein absolut fairer Preis.

Zum Hauptgang wurde uns einmal das Risotto mit Kräutersaitlingen und Parmaschinken und Lammrücken mit Tomaten-Brotkruste und Kartoffel-Pfeffer-Püree gereicht. Auch hier erreichten uns zwei sehr großzügige Portionen auf sehr großen Tellern. Am Risotto gibt es nichts zu meckern. Es schmeckte hervorragend. Der Lammrücken war zart rosa gebraten und sehr weich. Die Tomaten-Brot-Kruste hatte für mich jedoch etwas viel Röstaroma abbekommen und war gerade noch so im Rahmen. Das Kartoffel-Pfeffer-Püree konnte mich dagegen nicht überzeugen. Es war das gleiche Püree wie aus der Vorspeise, nur dass man jede Menge ganze Pfefferkörner untergerührt hatte. So hatte ich mir es nicht vorgestellt. Ganze Pfefferkörner zu zerbeißen nimmt mir den Geschmack des restlichen Essens und am Nebentisch konnte ich beobachten, wie ebenfalls die ganzen Pfefferkörner nicht auf Begeisterung stießen. Der Rest war jedoch ein absolut rundes Gericht was ich jederzeit so wieder essen würde. Mit dem Hauptgericht um die 15€ konnte man nichts falsch machen.

Den Abschluss machte ein „schwyzer Schoggikuchen“ mit Erbeere-Mascarpone-Creme und ein Vanille-Mohn-Parfait mit Pernod-Kirschen. Beides ein geschmacklicher Traum. Der Schoggikuchen wurde lauwarm serviert und der Blick meiner Freundin beim ersten Bissen ließ erahnen, dass dieses Dessert die richtige Wahl war. Das Parfait aus der Kombination von Vanille und Mohn war ebenfalls sehr gut. Die lauwarmen Pernod-Kirschen rundeten das Dessert gut ab.Preislich um die 6-7€ durfte auch hier nicht gemeckert werden.

Was die Getränke anging, begnügten wir uns mit einer Flasche stillem Wasser, einem alkohlfreiem Sekt und einem Glas Rotwein. Das Glas Rotwein wurde sehr großzügig eingegossen, sodass man schon fast 0,3 im Glas hatte anstatt 0,2. Dieses konnte ich an allen Tischen beobachten. Der günstigste Rotwein war für 4€ (0,2l) zu haben. Das teuerste Glas (0,2l) sollte 8,90€ kosten.

Zum Abschluss sei gesagt, dass der Service den ganzen Abend über freundlich und aufmerksam war. Mit maximal 19,90 € für die teuerste Speise war das Essen im Preis-/Leistungsverhältnis sehr gut. Die Getränke waren so wie erwartet, da man hier auch nicht viel falsch machen kann, außer evtl. bei der Weinauswahl.

Am Ende standen gute 80 € auf der Rechnung die ich gerne bezahlt habe (zzgl. passendem Trinkgeld).
Wer mehr als das Restaurant um die Ecke haben möchte, jedoch keine Sterneküche verlangt ist im kleinen Speisesaal sehr gut aufgehoben.

Cookingdaddy vergibt verdiente 7/10 Punkte

Bilderquelle: www.kleinerspeisesaal.de

Bilderquelle www.kleinerspeisesaal.de

 

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Martin bloggt seit Sep. 2014 unter dem Pseudonym cookingdaddy. Mit seinen Rezepten möchte er dir die Lust am Kochen zurückbringen. Auch wenn deine Zeit knapp ist.Übrigens... wenn Martin nicht gerade kocht, fotografiert oder bloggt, kümmert er sich um seine kleine Familie und ist einfach nur "Papa"

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