Dips & Dressings, Vegetarisch
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Himbeer-Pesto (mit glutenfreien Nudeln)

Wenn ich 10 Leute nach einer Sorte Pesto fragen würde, die sie gerne essen, nennen mir garantiert 8 Leute das „Basilikum-Pesto“. Zugegeben, bis vor kurzem bestand mein Pesto auch immer aus den gleichen Zutaten: Basilikum, Rucola, Petersilie oder getrockneten Tomaten. Der Blick nach Links und Rechts in der Welt eines Pestos wurde mir auf dem Foodblogday Ende April offenbart. In einem Wildkräuter-Pesto Workshop lernte ich diverse Wildkräuter kennen, deren Namen mir vorher gar kein Begriff war. Gundermann, Blutampfer, Sauerampfer, Giersch, Spitzwegerich und viele mehr, deren Namen mir jetzt schon wieder entfallen sind. Neben tollen Tipps und Tricks zur Herstellung, lernte ich auch die liebe Juliane vom craftyneighboursclub kennen. Wie sich herausstellen sollte, eine echte Wildkräuter-Spezialistin. Völlig begeistert von den verschiedenen, tollen Geschmäckern entdeckte ich an diesem Tag mein Interesse für Wildkräuter. Im Himbeer-Pesto welches ich euch heute hier vorstellen möchte, ist ein Hauptbestandteil der Blutampfer.

Blutampfer

Der Blutampfer gehört zur Kategorie der Knöterichgewächse. Im Geschmack ist er milder als sein Bruder, der Sauerampfer. Auf Grund seiner BBlutampfereliebtheit ist der Blutampfer zu einer Zierpflanze / einem Zierkraut geworden und ist das ganze Jahr über erhältlich. Schaut man sich den Blutampfer an, so erkennt man sofort woher er seinen Namen hat. Seine grünen Blätter werden von einem knalligem Rot durchzogen. Seine Größe beträgt, in der Wildnis, zwischen 20 und 70cm. Dort ist er in West- und Mitteleuropa in feuchten Gegenden wie Ufern, nassen Wegrändern oder Au- und Laubwäldern zu finden. Neben dem Namen Blutampfer ist er auch unter dem Namen „Hain-Ampfer“ oder „blutiger Sauerampfer“ bekannt. Neben dem tollen Geschmack und der tollen Optik, ist der Blutampfer ebenfalls sehr gesund. Er wirkt blutreinigend und hilft bei Mundschleimhautentzündungen. Verwechslungsgefahr mit anderen (giftigen) Kräutern gibt es keine.

Blutampfer

Das tolle an einem Pesto ist, dass es von Natur aus glutenfrei ist. Selbst die qualitativ hochwertigen Fertigpestos aus dem Supermarkt sind in der Regel glutenfrei. Bei günstigeren Produkten würde ich immer einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Abgesehen davon, haben Pestos noch eine Menge anderer Vorteile.

  • Die Zubereitung dauert meistens nur 5-10 Minuten.
  • Die Herstellung ist selbst mit qualitativ hochwertigen Zutaten nicht teuer.
  • Ein Pesto ist bei richtiger Lagerung mehrere Wochen haltbar.
  • Pestos mit Wildkräutern sind sehr gesund.
  • Geschmacklich sind keine Grenzen gesetzt, sodass man seine Gäste mit exotischen Varianten überraschen kann.
  • Lässt man den Parmesan weg, so ist Pesto vegan und laktosefrei.

All diese Vorteile sind gute Argumente dafür, dass ein gutes Pesto bei jedem regelmäßig auf dem Speiseplan stehen sollte. Nicht nur bei einer glutenfreien Ernährung.

Das Pesto

Auf dem Workshop benutzten ein paar Leute Himbeeren als Zutaten für ihre Pestos und ich fand das Endergebnis wirklich sehr lecker. Zugegeben, mixt man Grün (Kräuter) und Rot (Himbeeren) miteinander, kommt da keine wirklich schöne Farbe bei raus. Geschmacklich kann das Himbeer-Pesto dafür mehr als überzeugen. Die Himbeere sticht nicht direkt als Himbeere raus, sondern bildet in Kombination mit dem Blutampfer und allen anderen Zutaten einen Geschmack, der nur mit einem Wort definierbar ist: lecker. Ich esse ein Pesto auch gerne pur auf einem Brot oder Brötchen, jedoch harmoniert das Himbeer-Pesto sehr gut mit Nudeln. Egal ob glutenfrei oder glutenhaltig. Also seit offen für etwas Neues. Lasst eurer Fantasie freien Lauf und überrascht eure Gäste mit einem nie zuvor gekanntem Geschmackserlebnis.

Himbeer-Pesto

Zutaten:

  • 2 Töpfe Blutampfer
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 30g Sonnenblumenkerne (Alternativ 30g Pinienkerne)
  • 1 Hand voll Himbeeren (frisch oder TK aufgetaut)
  • Rapsöl / Olivenöl (ich bevorzuge nussiges Rapsöl)
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • ein kleines Stück Parmesan
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung:

1. Den Blutampfer und die Petersilie zupfen und waschen.
2. Beides in ein hohes Gefäß geben.
3. Die Knoblauchzehe schälen, grob hacken und hinzugeben.
4. 30g Sonnenblumenkerne in das Gefäß geben.
5. Einen guten Schuss Rapsöl hinzugeben. Lieber etwas weniger und nachkippen, als direkt alles zu ertränken und am Ende ein zu flüssiges Pesto zu haben.
6. Alles mit einem Stabmixer auf mittlerer Stufe, pürieren. Es darf ruhig etwas gröber werden.
7. Die Himbeeren hinzugeben und per Hand mit einem Rührblitz* o.ä. Küchengerät zerdrücken. Die Himbeeren bitte nicht pürieren. Solange rühren, bis eine homogene Masse entsteht.
8. Etwas Parmesan reiben, hinzugeben und erneut mit dem Rührblitz verrühren.
9. Mit Salz & Pfeffer abschmecken.
10. Ggf. so lange Öl, Parmesan und Himbeeren hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz und Geschmack erreicht ist.
11. Nudeln al dente kochen und 2 Kleckse Himbeer-Pesto hinzufügen.

Ich wünsche guten Appetit

Himbeer-Pesto (& glutenfreie Pasta)

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4 Kommentare

  1. Muckimaus sagt

    Parmesan wird zwar aus Milch hergestellt dennoch ist er laktosefrei. Durch die Reifung wird die Laktose zersetzt.

  2. Hallo Muckimaus,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Wie du schon richtig beschrieben hast, ist Parmesan Laktosefrei. Du kannst jedoch den Parmesan auch komplett weglassen. Ich habe Parmesan auch nie vorrätig zuhause liegen. Ein spontanes Pesto entsteht jedoch regelmäßig. Ich lasse den Parmesan dann weg und es schmeckt auch hervorragend.

    Gruß, cookingdaddy

  3. Hallo Martin,
    das Pesto hört sich einfach umwerfend an!!!
    Pesto mit Früchten habe ich noch nie ausprobiert.
    Ich werde es aber die Tage mal testen, vielleicht probiere ich es mal mit Brombeeren?
    War gerade auf einer kleinen Brombeerpflügtour;-)

    LG Sabrina;-)

    • Hallo Sabrina,

      Pesto mit Früchten kannte ich bis Ende April auch nicht. Es schmeckt so wahnsinnig lecker… Kleiner Tipp: mit weißer Schokolade dazu schmeckt es noch besser. Probiere es mal aus. Du wirst es lieben.
      Gruß, Martin

      P.S. Mit Brombeeren kann man bestimmt auch köstliche Pestos zubereiten. Da bin ich mir sicher.

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