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Wenn ich groß bin, will ich Bäcker sein – glutenfreie Brötchen

Ich habe immer gerne Brötchen gegessen. Vor allem am Wochenende bei einem gemütlichen Frühstück. Gekaufte glutenfreie Brötchen schmecken mir jedoch nicht. Sie schmecken ein bisschen nach Pappe. Selbst gebacken habe ich bis heute immer nur die Süßkartoffel-Buns. Sie sind als Burgerbrötchen sehr gut, jedoch als Burgerbrötchen anders als „normale“ Brötchen. Mein Ziel sind glutenfreie Brötchen (und Brote) die geschmacklich an „richtige“ Brötchen herankommen. Bis heute gab es für mich solche Brötchen leider nicht. Bis heute?

Vor kurzem besorgte ich mir eine neue Küchenmaschine, in der Hoffnung, dass es dann besser wird. Die Maschine ist wirklich super und das Arbeiten mit ihr macht richtig Spaß. Meine Fähigkeiten wurden dadurch jedoch nicht besser. Wieso sollten sie auch?

Es war an der Zeit, sich Hilfe zu suchen. Und wo findet man heutzutage immer Hilfe? Richtig … im Internet. Über eine Facebook Gruppe, die sich mit glutenfreier Ernährung beschäftigt, wurde mir ein (angeblich) super Rezept empfohlen. Es handelt sich um ein Brötchenrezept von GF Backspaß. Dieses sollte wirklich super sein, sagte man mir. Heute habe ich das Rezept auf Herz und Nieren getestet und war gespannt, ob die Lobeshymnen berechtigt sind. Gibt es wirklich leckere, fluffige, glutenfreie Brötchen?

Die Zutaten:

Als erstes schaute ich mir die benötigten Zutaten an. Mir wurde gesagt, dass Xanthan unabdingbar in der glutenfreien Bäckerei sei. Dieses war mir völlig neu und ich war gespannt ob es wirklich so ist. Die 2 Tüten Hefe erschienen mir etwas viel.(Beim nächsten Versuch, werde ich nur eine Tüte nehmen und schauen was passiert). Jedoch wurde mir auch gesagt, dass man das Rezept nicht verändern soll, da das Ergebnis sonst direkt ein anderes (vermutlich schlechteres) wird. Die restlichen Zutaten waren nichts besonderes und befinden sich immer in meiner Küche.

  • 500g Schär Brot Mix B
  • 6g Salz
  • 5g Xanthan
  • eine Prise Zucker
  • 2 Tüten Trockenhefe 1 Tüte Trockenhefe
  • 450ml Wasser
  • 150g Joghurt natur
  • 1 TL Apfelessig
  • 2 EL Olivenöl

Update 03.01.2016: Ich habe die Brötchen jetzt mehrfach mit 1 Tüte Trockenhefe gebacken und sie gehen sehr gut auf. Sogar besser als beim ersten Versuch mit 2 Tüten Hefe. Daher Rezept angepasst.

Die Zubereitung:

Laut Rezept soll die Zubereitung wirklich sehr einfach sein. Alle Zutaten genau abwiegen, in eine große Schüssel geben und zu einem glatten Teig kneten. Schwupp die Wupp landeten alle Zutaten in der großen Rührschüssel und der Knethaken der Küchenmaschine erledigte den Rest. Gute 5 Minuten später, hatte ich einen tollen, klebrigen Teig. Glutenfreier Teig ist (leider) immer sehr klebrig, da er die benötigte Menge Wasser braucht. Kein Vergleich zu einem „normalen“ Teig. Dies erschwert die Verarbeitung ein bisschen.

Den Teig beförderte ich mit einem Silikonschaber auf eine bemehlte Fläche. 9 Brötchen sollen am Ende bei rauskommen. Den Teig in 9 gleichmäßige Teile gestochen und dann rund gewirkt. Bis auf dass der Teig überall klebte, da er sehr feucht ist, ging dieser Arbeitsschritt auch problemlos. Mir fiel direkt auf, dass dieser Teig beim Kneten viel weicher war, als meine anderen Teige. Es erinnert viel mehr an „normalen“ Teig als sonst.

Damit die Brötchen schön aufgehen, heißt es im Rezept „Den Ofen auf 50° vorheizen und dann ausschalten“. Gesagt, getan. Für 60 Minuten verabschiedeten die Teiglinge sich nun in den Ofen.

glutenfreie Brötchen

Vorher

glutenfreie Brötchen

nach 60 Minuten

Es ist sehr schön zu erkennen, wie die Brötchen innerhalb von 60 Minuten ihr Volumen vergrößert haben. In der Zeit wo der Ofen auf 180° (Unter-/Oberhitze) vorheizt, standen die Brötchen auf der Arbeitsfläche. 35 Minuten Backzeit waren angesetzt. Nach 35 Minuten gefiel mir die Bräunung jedoch nicht nicht, sodass ich den Brötchen weitere 5 Minuten auf 230° gönnte. Danach hatten sie eine wirklich tolle Farbe.

glutenfreie BrötchenWie man sieht, fehlt unten rechts eins. Das wanderte direkt in den Mund zum testen 🙂

Die Brötchen kamen wunderbar knusprig aus dem Ofen. Gespannt war ich auf das Innere. Fluffig sollen sie sein, so wird es im Rezept versprochen. Vom Gewicht fühlten sie sich super an, nicht zu schwer. Genau richtig. Im Anschnitt war ich positiv überrascht. Man erkennt sehr schön, wie der Teig aufgegangen ist und überall kleine Hohlräume hat.

glutenfreie Brötchen

Der Geschmack

Bis jetzt konnten die Brötchen mich überzeugen. Das Wichtigste jedoch fehlte noch. Der Geschmack. Vom gestrigen Festmahl war noch etwas Roastbeef übrig (Sous-Vide gegart nach diesem Rezept) und im Kühlschrank lagen noch ein paar Reste vom Salat. Wie der Zufall es so wollte, stand dort auch noch etwas selbstgemachte BBQ-Sauce. Also kurz geschnibbelt, einen Klecks BBQ Sauce hier und da und fertig war der Festtags-Burger. Mit großer Freude biss ich in den Burger und konnte es nicht glauben. Der Geschmack ist absolut fantastisch. Außen knusprig, innen wunderbar fluffig, wie versprochen. Geschmacklich schmecken sie wunderbar frisch und ich kann sie jedem empfehlen. Diese Brötchen werde ich jedenfalls ab heute regelmäßig backen, da sie wirklich simpel in der Herstellung sind und einen tollen Geschmack haben. Optisch können sie sich auch sehen lassen.

Sobald die Brötchen abgekühlt sind, werden sie recht weich. Daher wird im Rezept empfohlen die Brötchen einzufrieren und bei Bedarf, frisch aufzubacken. Genau so werde ich es auch machen.
Nach 1,5 Jahren habe ich endlich tolle Brötchen gefunden und wieder etwas dazu gelernt. Ich bin gespannt, was ich als nächstes finden werde, um meine Backfähigkeiten auszubauen. Jetzt gehe ich erst einmal in die Küche und werde mir noch einen Burger gönnen.

Frohe Weihnachten, euer cookingdaddy

glutenfreie Brötchen

6 Kommentare

  1. Die sehen in der Tat sehr lecker aus!
    Das Xanthan ist bei dem Rezept quasi der Ersatz für das Klebereiweiß im „normalen“ Mehl.
    Weglassen würde ich das daher nicht, höchsten ersetzen durch Johannisbrotkern- oder Guarkenmehl.
    Die Menge der Hefe klingt für mich auch echt viel. Ich würde vermuten, dass sich das deutlich reduzieren lässt, wenn man die „üblichen Tricks“ fürs Brotbacken anwendet. Teigtemperatur, lange Führung etc. Der Pötzblog hilft da bestimmt weiter und auch cookin.eu hat da einiges zu bieten.

    Viele Grüße und noch schöne Weihnachten,
    Fabian

  2. Pingback: glutenfreie Kürbisbrötchen - Cookingdaddy

  3. Pingback: Rumpsteak-Süßkartoffel-Burger mit Chimichurri - Cookingdaddy

  4. die sehen wirklich schon sehr gut aus! Für den Geschmack könntest du noch mehr Salz rein machen! bei Brot nimmt man 10 g Salz pro 500 g Mehl! Ich nehme zur Bindung Guarkernmehl, Johannisbrotkernmehl und Flohsamenschalen oder Chiasamen, das ist alles etwas natürlicher und funktioniert super! Da ich den Geschmack von den gekauften Mehlmischungen nicht möchte, habe ich vor einigen Monaten angefangen, mir selbst Mehlmschungen zu machen, das hat mein Brot erheblich verbessert! Mittlerweile mache ich alle meine Brotrezepte selbst und sie sind kaum noch von normalem Brot zu unterscheiden! vielleicht magst du mal in meiner facebook-Gruppe vorbeischauen…. Darüber kommst du dann auch auf meinen Blog, wo schon einige Rezepte für glutenfreies Brot veröffentlicht sind und pro Monat 1-2 neue dazu kommen…. LG Valesa von brotbackliebeundmehr

    • Hallo Valesa,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich reduziere meistens das Salz absichtlich, da ich nur so viel wie nötig davon zu mir nehmen möchte. Was das Bindemittel angeht, habe ich über 1 Jahr lang immer Guarkernmehl genutzt, und war damit nicht so zufrieden. Vielleicht muss ich da die Anwendung noch etwas optimieren. Was die Mehlmischungen angeht, habe ich mir schon lange vorgenommen, die ebenfalls selbst zu gestalten. Ich bin aber ein absoluter Backneuling und (noch) nicht in der Lage alles selbst zu mischen.

      Deinen Blog und deine FB Gruppe schaue ich mir sehr gerne an und freue mich immer darüber, wenn mir jemand etwas neues zeigt und beibringen kann.

      Vielen Dank dafür,

      cookingdaddy

  5. Pingback: knuspriges, glutenfreies Baguette - Cookingdaddy

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