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Foodfotografie für Anfänger – die große Einführung

Du würdest gerne dein Essen ansprechend fotografieren? Hast aber keine Ahnung von der Foodfotografie? Dann bist du hier genau richtig. Von der Anschaffung, über die Technik und den Bildaufbau, bis hin zu Tipps & Tricks. In diesem Artikel findest du alle Informationen, die du brauchst um ein dein Essen anspruchsvoll in Szene zu setzen. Denn das Auge isst mit. Natürlich alles kostenlos.

Die 2 wichtigsten Zutaten: Fleiß & Spaß

Kein Meister fällt einfach so vom Himmel. Die Meisten erreichen ihre Perfektion durch jahrelanges Üben. Den Wenigsten gelingt es, eine Tätigkeit mit Leichtigkeit zu meistern. Jedenfalls nicht auf hohem Niveau. Mit der Foodfotografie ist es genau das Gleiche. Nur durch ständiges wiederholen, analysieren und üben, verbessert man sich stetig. Rückschläge gehören dazu und sind völlig normal. Sachliche Kritik zu deinen Bildern solltest du dir in Ruhe anhören und darüber nachdenken. Jedes Bild sollte immer etwas besser sein als dein Vorheriges. Experimentieren, Spaß haben und Neues ausprobieren ist dabei jedoch genauso wichtig.

Der einzige Grund mit der Foodfotografie aufzuhören ist, wenn es dir kein Spaß bringt. Dann ist es egal, wie toll deine Ausrüstung ist. Wieviel Zeit und / oder Geld du bereits in die Foodfotografie gesteckt hast oder ob du damit Geld verdienen könntest. Der Spaß steht immer an erster Stelle. Genau aus diesem Grund, existiert diese Seite hier. Genau aus diesem Grund, schreibe ich diesen Artikel.

Warum gerade ich einen Artikel über Foodfotografie schreibe

Ich bin bei weitem nicht der beste Foodfotograf. Ich betreibe die Foodfotografie als reines Hobby. Neben meinem richtigen Job. Warum? Weil es mir Spaß bringt. Für viele meiner Bilder bekomme ich in den sozialen Kanälen ein paar Likes und nette Kommentare. In der realen Welt sagen mir Freunde, Kollegen und Bekannte, dass sie meine Bilder ansprechend finden. Egal ob virtuell oder Real. Jeder Kommentar zu einem meiner Bilder zeigt mir, dass es Leute gibt denen meine Bilder gefallen. Leute, die es selbst nicht besser können (wollen). Unzählige Fotografen sind um ein Vielfaches besser als ich. Verdienen ihren Lebensunterhalt damit und liefern eine Qualität ab, an die ich (noch) nicht heran komme. Zu diesen Leuten schaue ich auf und nehme sie mir als Vorbilder. Immer mit dem Ziel, eines Tages auf ihr Niveau zu kommen.

Aber weißt du was? Noch viel mehr Menschen sind nicht in der Lage solche Bilder zu produzieren. Es gibt immer jemanden der besser ist als du. Aber auch immer welche, die nicht so gut sind. Und das reicht mir, um mir das Recht zu nehmen, einen Artikel über die Foodfotografie zu schreiben. Lasse dich nicht demotivieren.

Wenn du dein Essen fotografieren möchtest, dann leg los. Möchtest du deine Bilder im Internet verbreiten? Dann lass dich nicht vom Gegenteil überzeugen, nur weil jemand sagt, dein Bild sei nicht so gut. Lasse dich nicht demotivieren. Mach das, was dir Spaß bringt. Möchtest du Anderen Tipps & Tricks zeigen, obwohl du nichts damit verdienst? Warum nicht? Lege los. Besser jetzt als später. Und nun zeige ich dir, wie du deine Bilder verbessern kannst.

Ratatouille

Die Ausrüstung

Ohne eine Ausrüstung geht gar nichts. Jedoch muss es nicht direkt das Beste vom Besten sein. Keine Angst. Du musst nicht dein Sparbuch plündern gehen. Sicherlich schadet es nicht eine Kamera zu haben, die technisch in der Lage ist die besten Bilder zu produzieren, die möglich sind. Die beste Kamera nützt jedoch nichts, wenn du nicht weißt, wie sie richtig bedient wird.

Eine Kamera, ein Objektiv und eine Stativ sollte in deiner Grundausrüstung vorhanden sein. 3 Bestandteile die eine Preisspanne von ein paar 100 bis mehrere Tausend Euro beinhalten.
Mittlerweile gibt es sogar viele Fotografen, die mit der Kamera ihres Smartphones sehr gute Bilder schießen. Ich persönlich habe damals mit einem Kamerasystem von Canon begonnen. Seitdem bin ich bei Canon geblieben. Aktuell nutze ich eine Canon 6D*. Sony oder Nikon liefern aber genauso gute Systeme. Vielleicht sogar bessere. Alles eine Frage des Geschmacks. Fakt ist: Mit jedem System lassen sich hervorragende Fotos schießen.

Das Kamerasystem

Welches Kamerasystem du dir aussuchst oder schon besitzt, ist ganz allein Geschmacksache. Stehst du noch vor einer Anschaffung, solltest du dir über ein paar Punkte Gedanken machen.

Die Haptik
Schaue dir die verschiedenen Kameramodelle in einem Laden an. Nehme sie in die Hand. Schaue ob die Knöpfe alle in der Reichweite deiner Finger liegen. Gefallen dir lieber Knöpfe oder Drehräder? Darf die Kamera etwas schwerer sein oder muss sie leicht in der Hand liegen? Wie groß ist der Sucher? Benötigst du einen ausklappbaren Monitor?
All das sind Fragen, die du dir überlegen solltest, bevor du dich auf eine Marke festlegst.

Die Auswahl der Objektive
Eine Kamera zu besitzen ist toll. Eine teure, gute Kamera zu besitzen ist auch sehr schick. Eine Kamera ist jedoch nur so gut, wie das Objektiv was vor ihr hängt. Und das ist der nächste Punkt. Nicht jede Firma stellt für jede Situation ein passendes Objektiv her. Informiere dich, ob die ausgesuchte Kamera auch genug Objektive zur Verfügung hat. Nichts wäre schlimmer, als eine tolle Kamera zu besitzen und am Ende kein passendes Objektiv zu haben. Ziehe auch in Betracht, später einmal evtl. ein anderes Gebiet zu fotografieren. Gibt es dann genug Objektive in dem Bereich?

Tolle Objektive für die Foodfotografie sind z.B.:

Der Vorteil der Macro-Objektive liegt darin, dass man auch sehr nah an das Motiv rankommt, und so sehr schöne Detailaufnahmen erzeugen kann. Die hohe Brennweite sorgt jedoch auch dafür, dass man für ein etwas größeres Set Up sehr weit vom Motiv weggehen muss. Gerade in kleinen Zimmern, könnte es dort zu Schwierigkeiten kommen. Daher empfiehlt es sich ebenfalls ein Objektiv mit kurzer Brennweite zu haben. Ich nutze dafür das Canon 50mm / 1.8 oder mein 24-105mm / F4 L*.  Auch andere Objektive eignen sich gut dafür. Das ist alles eine Frage des Preises.

Das Stativ
Bei der Auswahl des Stativs gilt es ebenfalls einiges zu beachten. Grundsätzlich gilt: Umso schwerer, desto stabiler steht es. Auch in extrem Situationen. Und desto weniger wird durch die Kamera eine Verwackelung ausgelöst. Gerade bei der Foodfotografie, hängt die Kamera gerne einmal in einem 90° Winkel von oben nach unten oder seitlich am Stativ. Dazu kommt gerne auch ein großes, schweres Objektiv, was zusätzliches Gewicht mit sich bringt. Kleine Wasserwagen zum Ausrichten der Kamera, sind ein netter Zusatz in einem Stativ. Die Gelenke sollten gut verschraubt sein und einen soliden Eindruck hinterlassen. Auch hier empfiehlt sich eine Ansicht vor Ort in einem Fachgeschäft.

Stative des Herstellers Manfrotto* oder Cullmann* haben einen guten Ruf. Ich selbst nutze ein Stativ von Cullmann.

Fazit

Um loslegen zu können, benötigst du nicht viel. Eine Kamera, ein Objektiv und ein Stativ. Ich empfehle dir, als erstes in ein ordentliches Stativ zu investieren. Mit einer einfachen Kamera und einem einfachen Objektiv kannst du schon sehr schöne Bilder schießen. Mit einem einfachen Stativ wiederum, wirst du von Anfang an unglücklich sein. Ich spreche da aus Erfahrung.

Pilzpfanne

Die ersten Bilder

Die Kamera ist gekauft. Das Objektiv aufgeschraubt. Es macht *klick* und die Kamera rastet in deinem neuen, tollen Stativ ein. Und nun? Nun willst du dein erstes Foodfoto schießen. Bei mir landete damals das erstbeste Essen auf einem Teller, und wurde auf dem Herd fotografiert. Dementsprechend sah das Bild hinterher auch aus. Keine Beleuchtung, nicht hübsch angerichtet. Kein Bildaufbau. Falsche Farbtemperatur. Und auch sonst stimmte einfach gar nichts. Möchtest du es einmal sehen? Bitteschön. Tomate Mozarella von 2010 ala cookingdaddy.de. Atemberaubend, oder? 

tomate_mozarella

Damit es dir nicht auch so geht, zeige ich dir jetzt, wie du mit wenig Aufwand und wenig finanziellem Einsatz sehr viel erreichen kannst.

Zubehör. Es muss nicht immer teuer sein

Die einfachsten Hilfsmittel sind Aufheller, Abschatter und Diffusor. Mit diesen 3 Hilfsmitteln kannst du unglaublich viel erreichen und tolle Lichtsituationen erzeugen. Als Aufheller nutze ich Styropor aus dem Baumarkt. Schwarze Bastelpappe* ist für Bilder mit dunklem Bildaufbau sehr zu empfehlen. Die Rückseite der Styroporplatte Schwarz anmalen, ist eine andere Alternative.

Den 5 in 1 Diffusor* bekommst du für ca. 20€. Alles zusammen kostet dich keine 30€, und wenn du auf den Diffusor erst einmal verzichtest, kommst du mit weit unter 10€ hin.

99% meiner Bilder entstehen bei Tageslicht, sodass du für die Beleuchtung zunächst kein Geld ausgeben musst.(Dank Stativ kann ohne Probleme bei schlechtem Licht noch toll fotografiert werden. Stichwort Langzeitbelichtung) Solltest du jedoch nur am Abend zum fotografieren kommen, oder im Winter ab nachmittags, gibt es schon sehr günstige, gute Lichtsysteme. Ich nutze dann ein System*, was für den Amateurbereich völlig ausreichend ist. Dazu eine Fotolampe* und los geht’s.

Für das Licht haben wir nun also schon gesorgt. Damit dein Objekt der Begierde nun auch noch eine würdige Umgebung bekommt, benötigst du noch einen passenden Unter- und Hintergrund.

Hinter- und Untergründe

Wenn du einen tollen (Massiv)Holztisch hast, oder eine schicke Küchenplatte, Glückwunsch. Für den Anfang ist das mehr als ausreichend, sodass du hier dein Geldbeutel schonen kannst. Besitzt du keine schicken Untergründe, so lassen diese sich leicht und günstig besorgen.

Im Baumarkt gibt es in der Holzzuschnitt-Abteilung so gut wie immer eine Reste- / Verschnittkiste. Dort liegen oft Holzplatten, die nur ein paar € kosten. 

Laminat gibt es heutzutage auch in sämtlichen Mustern und Varianten. Lege dein freundlichstes Gesicht auf und frage einen Mitarbeiter, ob es möglich sei Muster, oder von den aufgerissenen Paketen einzelne Stücke zu bekommen. 2 Laminatbretter reichen uns schon als Hintergrund. Ich habe diese bis jetzt immer auf Nachfrage geschenkt bekommen. Jetzt besitzt du alles, was du für deine ersten Versuche in der Foodfotografie benötigst.

laminat

2 Laminatbretter als Hintergrund. Kosten: 0€

Die Theorie

Ein gewisses Grundwissen in der Fotografie setze ich voraus. Wenn dir jedoch die Begriffe Blende, Belichtung und RAW Format nichts sagen, ist das nicht schlimm. Schau dich doch einmal auf der Seite fotolehrgang.de um.  Dort erfährst du alles, was du wissen musst.

Der Bildaufbau

Es schadet nicht zu wissen, wo und wie das Motiv im Bild platziert werden sollte. Gewisse „Grundregeln“ der Fotografie helfen uns, nicht völlig planlos drauf loszuschießen. Im folgenden Abschnitt möchte ich dir zeigen, nach welchen „Regeln“ ich meine Bilder regelmäßig aufbaue.

  1. Das Auge wandert auf einem Bild immer zuerst an den hellsten und an den schärfsten Punkt. Also achte darauf, dass der hellste und der schärfste Punkt im Bild, dein Hauptmotiv ist. Nichts ist schlimmer, als das Auge weg vom Hauptmotiv zu ziehen.
  2. In vielen Kameras lässt sich im Liveview-Monitor ein Gitter über das Display legen, welches ein Display in 9 Felder einteilt. Für den Anfang ist dieses Raster Gold wert. Als Orientierung hilft es, dass Hauptmotiv auf einer der äußeren senkrechten Linien zu platzieren. Liegt dein Hauptmotiv noch dazu auf dem Kreuzpunkt zu einer Horizontalen Linie, kann nichts mehr schief laufen.
  3. Verteile nicht zu viele Motive im Bild. Versuche den Bildaufbau harmonisch zu gestalten. So wird das Auge des Betrachters auf einen bestimmten Teil des Bildes fokussiert, und wandert nicht planlos im Bild herum. Zuviel Deko etc. verwirrt das Auge nur.
  4. Wenn du Deko benutzt, achte darauf, dass die Deko zu deinem Motiv passt. Das „Drumherum“ sollte zu deinem Hauptmotiv passen. Die Proportionen sollten ebenfalls stimmen.

Halte dich für den Anfang an diese 4 „Regeln“ und deine Bilder werden besser aussehen, als viele anderen Bilder die im Internet gezeigt werden. Natürlich sind diese „Regeln“ nicht in Stein gemeißelt. Sie versprechen weder 100%igen Erfolg, noch verhindern sie Misserfolg. Auch sollten nicht die nächsten 300 Bilder von dir alle gleich aufgebaut sein. Als Basis werden sie dir jedoch eine gute Leitlinie geben, um nicht völlig Hilflos vor deinem Motiv zu stehen.

Rastervorlage

Originalbild mit Zuschnitt, so dass das Brot unten Rechts im Fadenkreuz platziert ist.

Der richtige Blickwinkel

Dein Essen kann noch so toll schmecken. Fotografierst du dein Motiv aus dem falschen Blickwinkel, wirkt es nicht so, wie du es gerne hättest. Schnell sieht ein Bild langweilig oder gar „komisch“ aus, wenn der Blickwinkel nicht stimmt. Das Bild ist gekippt. Dein Motiv ist nicht exakt von oben fotografiert und wirkt schief.  Die Deko ist mehr zu sehen als das Hauptmotiv. Anstatt frontal zu fotografieren, fotografierst du leicht von unten usw. All das führt dazu, dass dein Bild nicht richtig wirkt.

Auch hier gibt es ein paar Tipps, mit denen du für den Anfang gute Ergebnisse erzielen kannst.

  1. Genau von vorne. Versuche dein Motiv genau von vorne zu fotografieren. Auf Höhe des Hauptmotivs. Der Fokus liegt auf dem vordersten Punkt des Hauptmotivs.
  2. Der 45° Winkel / „von schräg oben“. Gerade Gerichte auf schlichten Tellern ohne viel Deko drum herum, lassen sich so sehr gut fotografieren.
  3. Genau von oben. Mit einem guten Stativ ist es ein Leichtes, deine Motive genau von oben zu fotografieren. Dieser Blickwinkel eignet sich hervorragend für Gerichte die sehr flach sind. Auch viel Deko bekommt man so mit aufs Bild, ohne dass das Hauptmotiv untergeht, da es von oben durch nichts verdeckt wird. Dennistheprescott ist für diesen Stil sehr bekannt.

Das RAW Format

Deine Kamera bietet dir die Möglichkeit deine Bilder in diversen Formaten abzuspeichern. Ich empfehle dir, alle Bilder im RAW Format zu speichern. Das RAW Format ist die Rohform eines Bildes. Das bedeutet, dass dein Bild auf dem PC erst einmal nicht so toll aussieht. Es ist wie ein roher Diamant der noch geschliffen werden muss. Das ist verbunden mit etwas Arbeit. Schleifst du ihn jedoch richtig, bekommt man ein fabelhaftes Ergebnis. Mit Programmen wie z.B. Lightroom oder Photoshop* lassen sich sehr einfach die Bilder bearbeiten. Auch hier heißt es, üben und in die Programme einarbeiten. Verstehen wozu die Regler da sind und sobald du es verstanden hast, bearbeiten sich deine Bilder praktisch von alleine.

Ein riesengroßer Vorteil der Raw Formats ist, dass man dadurch wirklich alles verändern kann. Im JPG Format ist dieses nur begrenzt möglich. War dein Weißabgleich nicht richtig einstellt? Kein Problem. Ein Klick und er stimmt. Hast du dein Bild unter- oder überbelichtet? Kein Problem. Einmal am Regler gedreht, und es stimmt wieder. Rot ist nicht rot sondern Rosa? Kein Problem. Dieses und sehr viel mehr, lässt sich mit dem richtigen Programm und dem RAW Format nachträglich bearbeiten. Das Programm Lightroom kostet etwas, diese Investition ist aber mehr als lohnenswert.

Digital lässt sich sehr viel im Nachhinein bearbeiten. Dein Anspruch sollte es jedoch sein, durch die richtigen Einstellungen an der Kamera schon das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Am PC sollte am Ende nur noch das Finetuning stattfinden.

Licht und Schatten

Deine Kamera ist eingestellt und wartet jetzt schon geraume Zeit auf seinen Einsatz. Die Theorie hast du erfolgreich gemeistert. Jetzt geht es los. Es wird fotografiert. Für den Anfang empfehle ich ganz simple Motive mit einem simplen Hinter- und Untergrund. Um ein gewisses Gefühl für das Spiel mit Licht und Schatten zu bekommen, empfehle ich dir, mit deinem Diffusor, und deinen Aufhellern und Abschattern zu experimentieren.

Hier einmal ein Beispiel für den Einsatz eines Aufhellers. Die Lichtquelle (ein Fenster) ist auf der linken Seite. Also wirft das Objekt nach Rechts einen Schatten. Stellst du auf die rechte Seite eine helle Fläche (z.B. eine Styroporplatte) so wird der Schatten reduziert oder verschwindet sogar ganz.

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Ohne Aufheller

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Mit Aufheller

Richtig eingesetzt, erzielst du mit kleinen Effekten eine große Wirkung. Experimentiere eine Weile mit Licht und Schatten um zu verstehen, wie was funktioniert. Das Motiv und der Bildaufbau sind dabei erst einmal nebensächlich. Die Lichtquelle sollte für den Anfang von der Seite auf dein Hauptmotiv leuchten.

Fazit

Mit allem was du hier gelesen hast, solltest du jetzt in der Lage sein, ansprechende Foodfotografie zu betreiben. Der Rest ist nur noch Übung. Umso mehr du übst, desto besser solltest du werden. Schaue dir deine Bilder hinterher immer an. Schaue was dir nicht gefällt. Notiere dir deine Fehler, damit du sie beim nächsten Mal verhindern kannst. Suche im Internet die Seiten von professionellen Foodfotografen auf, und schaue wie sie ihre Bilder aufbauen. Hole dir von dort Inspirationen. Baue die Bilder nach und versuche sie auf deine Weise zu fotografieren. Stelle deine Bilder im Internet zur Schau. Bitte um sachliche Kritik. Habe keine Angst davor deine Bilder zu zeigen. Egal wie sie aussehen.

kuchen

Tipps & Tricks

Nutze die Liveview und manuellen Fokus
Viele Kameras bieten einen Liveview-Modus. Über den Liveview-Modus ersparst du dir das Schauen durch den Sucher. Zusätzlich gibt es oft eine Funktion, digital ranzuzoomen (bei mir 5 und 10fach Zoom). Fokussiere nun manuell. So erwischt du immer den richtigen Fokuspunkt. Ein Bild mit falsch fokussiertem Punkt ist nicht mehr möglich. Deine Ausschussquote wird sich drastisch verringern.

Nutze den Tethering Modus
Wenn du dir ein Bildbearbeitungsprogramm gekauft hast und eine Kamera hast, die Tethering unterstützt gibt es eine wirklich tolle Funktion. Damit kannst du deine Kamera mit dem PC verbinden und nach dem Auslösen, wird das Bild direkt auf dem PC, in deinem Bildbearbeitungsprogramm, angezeigt. So kannst du direkt sehen, ob das Bild so geworden ist, wie du es dir vorgestellt hast. Du kannst es direkt bearbeiten, korrigieren oder schauen ob irgendwo z.B. etwas nicht richtig platziert ist, was dir beim Schauen auf das kleine Display der Kamera nicht aufgefallen ist. 

Besuche Flohmärkte
Wenn du dich nicht gerade auf minimalistische Foodfotografie spezialisieren willst, kommt früher oder später (eher früher) der Zeitpunkt, an dem dich die „Dekosucht“ packt. Eine Tasse hier, ein Teller dort. Ein Tischtuch. Eine kleine Schale usw. Wer Foodphotografie betreibt, fällt schnell in den Sammlerwahn. Natürlich kannst du nun das Internet leer shoppen und dir alles mögliche bestellen. Die finanziell einfachere Variante heißt: Flohmarkt. Auf Flohmärkten findet man die tollsten Requisiten für die Foodphotografie. Und das zu Spotpreisen. Gusseiserne Pfannen in tollem rustikalen Look für ein paar Euro. Altes, verschnörkeltes Besteck für ein paar Cent. Schüssel, Teller und Schalen… alles fast geschenkt.

Bummeln, Handeln , mit Leuten kommunizieren und am Ende die Taschen voller Requisiten zu haben. Und das für kleines Geld. Was gibt es schöneres für Foodfotografen?

Kaufe Objektive und Kameras gebraucht
Ein weiterer Tipp, um deinen Geldbeutel zu schonen… Schaue dich nach gebrauchten Objektiven und Kameras um. Es gibt viele Fotoläden, die Second Hand Geräte anbieten. Sowohl Kameras als auch Objektive. Eine Garantie ist immer dabei und der Preis ist oft um 30-50% reduziert, im Vergleich zum Neupreis. Natürlich ist die Optik oft nicht die Neuste. Ein paar kleine Kratzer oder andere „Macken“ können vorkommen. Beeinflussen die Technik aber nicht. Bei Neupreisen von 800-1000€ nehme ich gerne ein paar optische Macken in Kauf und zahle am Ende „nur“ 500€ und habe ebenfalls eine Garantie.

Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit dem Kauf im DSLR-Forum gemacht. Dort gibt es zwar keine Garantie und du solltest genau schauen wer dort was verkauft. Bis jetzt habe ich dort aber Top Qualität zu Top Preisen bekommen. Alles jedoch nur per Selbstabholer und vorherigem Test. Per Versand würde ich Technik nie von Privat (und Vorkasse) kaufen.

Zum Schluss möchte ich euch noch ein paar Seiten mit auf den Weg geben, auf denen ich mir meine Inspirationen hole, Bilder anschaue und meine eigenen Bilder zur Schau / zum Verkauf stelle.

 

* Alle Links die mit einem * markiert sind, sind Referral-Links zu Amazon. Das bedeutet, dass ich bei einem evtl. Kauf von dir, einen kleinen Teil als Provision bekomme. Der Kaufpreis bleibt für dich der Gleiche und du würdest meine Arbeit hier unterstützen.

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von

Martin bloggt seit Sep. 2014 unter dem Pseudonym cookingdaddy. Mit seinen Rezepten möchte er dir die Lust am Kochen zurückbringen. Auch wenn deine Zeit knapp ist.Übrigens... wenn Martin nicht gerade kocht, fotografiert oder bloggt, kümmert er sich um seine kleine Familie und ist einfach nur "Papa"

2 Kommentare

  1. Pingback: Schmausepost vom 13. Januar | Schmausepost

  2. Wow, vielen Dank für die tollen Tipps! Die sind mal wirklich ausführlich, danke für Deine Mühe.
    Sie inspiriren mich auf jeden Fall dazu, jetzt mal das nächste Foodfotografie-Level einzuläuten, bis jetzt knippse ich mit meiner kleinen, unschuldigen Digicam und die Resultate sind nicht so der Knaller. Der Invest heißt wohl erstmal eine gute Kamera.
    Liebe Grüße
    Anna, food4spirit.de

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